{"id":324,"date":"2020-04-04T11:08:00","date_gmt":"2020-04-04T09:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/2022.birrer.swiss\/?p=324"},"modified":"2022-02-17T11:09:57","modified_gmt":"2022-02-17T10:09:57","slug":"04-04-2020-vo-luzaern-uf-waeggis-zue-brucht-mr-weder-hirn-no-schue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/birrer.swiss\/?p=324","title":{"rendered":"04.04.2020 &#8211; Vo Luz\u00e4rn uf W\u00e4ggis zue \u2013 Brucht mr weder Hirn no Schue\u2026."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sei mir durch Johann L\u00fcthi, dem S\u00e4nger, Musiker, Leinenweber, Dichter und Urheber dieses traditionellen Rigilieds verziehen, sein Werk als Basis f\u00fcr meinen hier folgenden Text zu nehmen. Doch was trifft es besser.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/2022.birrer.swiss\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/mountain-panorama-240847_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-325\" srcset=\"https:\/\/birrer.swiss\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/mountain-panorama-240847_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/birrer.swiss\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/mountain-panorama-240847_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/birrer.swiss\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/mountain-panorama-240847_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/birrer.swiss\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/mountain-panorama-240847_1920-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/birrer.swiss\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/mountain-panorama-240847_1920-600x400.jpg 600w, https:\/\/birrer.swiss\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/mountain-panorama-240847_1920.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun denn \u2013 Es ist Freitag. Freitag der vierte April 20.&nbsp; 4.4.2020, eine anmutende Jahreszahl. Zumindest nach dem gregorianischen Kalender. Nach j\u00fcdischem Datum: 10. Nisam 5780 eher ein allzu gew\u00f6hnlicher Freitag. Zudem ist es sch\u00f6n, das Wetter. Mit angenehmen rund 15\u00b0 Celsius auf rund 450 Metern \u00fcber Meer bringt der einziehende Lenz in der Zentralschweiz die Heuschnupfianer zum Weinen. Es schniift und triift aus den Nasen und so mancher harmloser Pollen-Nieser verbreitet Angst und Schrecken in seinem n\u00e4heren Umfeld. Denn es ist noch da, das maledeite Corona.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem Versorgungsauftrag im Gep\u00e4ck beschliesse ich also die wohlige Heimat, namentlich Meggen, in Richtung Vitznau mit dem vollgeladenen Kombi zu verlassen. Da haben wirs. Vo Luz\u00e4rn uf W\u00e0ggis zue bin ich also voller Tatendrang, mit einem Krummen im Munde und Diesel im Tank, davon gedampft.<br>In dieser Zeit ist, wir befinden uns in Mitten der Corona-Krise und der bundesr\u00e4tlich empfohlenen Stay-at-home \u00c4ra, ist die Rigi trotzdem von Touristen besetzt. Die ganze Rigi? \u2014 nein, ein kleines unbeugsames Anwesen leistet seit Jahren erbitterten Widerstand gegen Eindringlinge. Und diese haben es nicht leicht. Denn unerm\u00fcdlich versuchen die Beh\u00f6rden und viele viele kluge Menschen die anderen davon zu \u00fcberzeugen:&nbsp; Stay at home!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau dieses Anwesen auf der Rigi.First ist mein Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich fahre also mit gem\u00e4ssigten 48 Km\/h durch Meggen und aufeinmal\u2026.. *frmmmmmmm*\u2026 ein Motoradfahrer klebt an meinem mobilen Arsche. Gleich hinten links. Kaum erkennbar, da teils im toten Winkel. Also vergleichbar mit einem unerw\u00fcnschten Pikel am Allerwertesten, unm\u00f6glich alleine weg zu kriegen. Unbeirrt dank der beruhigenden Wirkung meines Krummen Villigers im Munde beschleunigte ich zwar auf 51 Km\/h und lies den Pikel seiner Natur gem\u00e4ss gew\u00e4hren. Erfreulich f\u00fcr meines Auto Hintern, unerfreulich f\u00fcr das Prinzip des friedlichen Verkehrs auf den Strassen, erlangte ich kurz vor Merlischachen die in Meggen beginnende 60er Zone. Der Pikel fand nach einem kurzen, mit viel L\u00e4rm und Pomp verursachten \u00dcberholman\u00f6ver eine neuen M\u00f6glichkeit, an den Auto vor mir, sich anzubiedern. Nach dieser ersten Episode innert den ersten f\u00fcnf Minuten Autofahrt f\u00fchlte ich mich entspannt und ich fuhr in Merlischachen ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es freute mich, nebenher im Radio Central L\u00e4ndlermusig lauschend, dass in Merlischachen der Verkehr fl\u00fcssig und ohne weitere Zwischenf\u00e4lle weiter floss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach passieren der 80er Strecke nach K\u00fcssnacht stehe ich am Berg. Berg ist wohl etwas \u00fcbertrieben die nach dem Dorfzentrum sich nach Weggis f\u00fchrende Anh\u00f6he bei der R\u00e4bmatt zu nennen. Doch es geht aufw\u00e4rts. Jedoch nur was die H\u00f6henmeter betrifft. Am neuen Kreisverkehr, der in seinem Zentrum ein aus Kies und Steinen ruhendes Flu.Flu Vanille Puddingli hat, kam es doch beinahe zu einem Zusammenstoss von sechs Gummireifen. Wohlmbemerkt befinden wir uns in einer Kerzone des Dorfes mit Temp 50. Eine zweir\u00e4drige T\u00f6ff-Furie, als w\u00e4re diese von den Walkyren gejagt, schoss an uns links vorbei in Kreisel und konnte nur in letzter Sekunde dem sichere Zerquetschtot durch ein Auto und dem Stein-FluFlu entkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als w\u00e4re dies der Start einer Odysse gewesen beginnt es nun immer interessanter zu werden auf dem Weg nach Weggis zue.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein regelrechtes: \u201cvorw\u00e4rts (frumm), bremsen (quietsch), ausweichen (iiik), gas geben und dann von Vorn\u201d ist losgetreten. An der Spitze dieses motorisierten Drachens befand sich der regul\u00e4re \u00d6V Bus, dicht gefolgt, wenn nicht eher schon beinahe symbiotisch vereint, ein kleiner falcher, flitziger BMW. Im Anschluss zwei handels\u00fcbliche Normalwagen und am Ende, ich. Erstaunt bin ich einerseits, \u00fcber den sich mit wild gestikulierenden H\u00e4nden durch das Schiebedach aufregenden BMW Fahrer. War seine Hoffnung vom Busfahrer gesehen zu werden? Falls ja, schien die gew\u00e4hlte Form der Kontaktaufnahme eher fruchtlos. Zum anderen war es das Stop and Go, das durch die sich trotz Fahradstreifen!, auf der schmalen Strasse befanden. Mit grimmigen Mienen, M\u00fccklein zwischen den Z\u00e4hnen und triumphierend, als schw\u00e4chstes Glied im Strassenverkehr, die Macht zu haben, ganze Busse, ja gar ganze Autokolonnen auszubremsen. Sie liessen sich auch auf Zuruf der Autofahrer mittels den bereits erw\u00e4hnten Gestikulationen und Hukonzerten nicht beirren. Sie gaben Alles. Schweissgebadet und eher einen Kollaps erleidend als den Stolz zu brechen und auf dem Fahradstreifen zu fahren, machten die Automobilisten das Spiel mit. Es macht sich leider nicht allzu gut und vor allem ist das Risiko, dass es an mangelnden plausiblen Ausfl\u00fcchten fehlt, wenn man aus Versehen neben einem Fahrradfahrer einen sanften, doch bestimmten Schwenker nach rechts erleidet. So liessen wir das ganze Schauspiel geschehen und konnten bei einigen Gelegenheiten vorpreschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Weggis angekommen, auf der Umfahrungsstrasse bot sich eine herrliche Ausssicht auf den Vierwaldst\u00e4ttersee und die auf dem Rastplatz befindlichen T\u00f6ff-, Cabrio- und Velofahrer, die sich in grossen Gruppen schaarten. Fotos machend, Bier trinkend und sich in den Armen liegend liess diese Idylle den Corona f\u00fcr einen kurzen Moment vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach gem\u00fctlicher Weiterfahrt erreichte ich das n\u00e4chste Abenteuer. Und ja, teuer kam es einige zu stehen. Denn der vermeindliche Fotograf, kauernd, auf der Lauer im Busch neben dem Strassenrand liegend machte nicht wie auf den ersten Blick vermuten l\u00e4sst Makro-Aufnahmen des Asphaltes, sondern war ein Festk\u00f6rperphysiker. Doch auch die erst gedachten Laser-Experimente enth\u00fcllten sich sp\u00e4testens in der L\u00fctzelau als mehr angewandte als Experimentalphysik. Der Laser schien der Geschwindigkeitsmessung zu dienen und bedient wurden die zu rassigen Kunden dort mit Strafzetteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zynischerweise schien es den durch die Obrigkeit allen gleichangezogenen Damen und Herren im Namen des Staates wichtiger zu sein, die Corona-B\u00fcrgschaften gegen\u00fcber den Banken abzufedern, als bspw. vor den Augen der Selben, bspw. Motorad- und \/oder Fahrradfahrer, die zu dritt, nebeneinander fuhren zu r\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zeitplan liegend erreichte ich dann endlich die Tiefgarage in Vitznau und konnte in die leer erwartete Rigi-Bahn umladen. Als erster in der Bahn sitzend besetze ich gleich den ersten Platz beim Eingang. Um die Leute zu motivieren, sich m\u00f6glichst mit Abstand von mir weg hinzusetzen, stiess ich ein gekonnten Huster und Schniefer beim Eintreten weiterer Fahrg\u00e4ste aus. Es wirkt. So genoss ich zeitweilens w\u00e4hrend der Fahrt den Mindestabstand mit Abstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e0hrend der meditativen und aussichtsreichen, rund 20 Minuten dauernden Fahrt, liess ich meine Fahrt Vo Luzern uf Vitznau zue nochmals gedanklich Revuee passieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich lag so falsch, sowas von im Irrtum! Und nun muss ich ein Wort des Dankes aussprechen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ich nicht mit soviel Ignoranz, Dummheit, Egozentrismus, Arroganz und dem nicht befolgen von Anweisungen des Bundesrates (stay at home) der Mitb\u00fcrger rechnen m\u00f6chte, liessen meine Gedanken nur einen Schluss zu: Danke zu sagen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An all die Cabrio- und Motorradfahrer aus Z\u00fcrich, dem Aargau, dem Ob- und Nidwalden, aus Zug und dem Urnerland ein herzliches Dankesch\u00f6n, dass ihr selbstlos in dieser Krise uns Luzerner und Schwyzer unterst\u00fctzt. Sei dies mit Transportfahrten, Patiententransporte und Eink\u00e4ufen f\u00fcr Senioren. Auch den Radfahrern ein Dankesch\u00f6n, die mit ihrem unerm\u00fcdlichen, sich nicht vom Kurs abbringenden Einsatz f\u00fcr die \u00dcbermittlung von Botschaften einsetzen. In diesem Sinne moderne Brieftauben, welche in den schweren Zeiten, nicht handy erschlossene B\u00fcrger am Puls der Nachrichten halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke! und macht weiter so \u2013 Damit aus der stay-at-home Empfehlung des Bundes auch bestimmt eine stay-at-home Pflicht entsteht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sei mir durch Johann L\u00fcthi, dem S\u00e4nger, Musiker, Leinenweber, Dichter und Urheber dieses traditionellen Rigilieds verziehen, sein Werk als Basis f\u00fcr meinen hier folgenden Text zu nehmen. Doch was trifft es besser. Nun denn \u2013 Es ist Freitag. Freitag der vierte April 20.&nbsp; 4.4.2020, eine anmutende Jahreszahl. Zumindest nach dem gregorianischen Kalender. 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